Letzte Änderung: 15.05.2013
Kurzbericht zur 1. Neumarkter Nachhaltigkeitskonferenz

Oberbürgermeister Thomas Thumann eröffnete am Freitag, den 19. September, die 1. Neumarkter Nachhaltigkeitskonferenz mit dem Thema "Klimaschutz in Kommunen und Unternehmen neu denken". Die Stadt Neumarkt hatte hierzu im Rahmen der bundesweiten Aktionstage Bildung für nachhaltige Entwicklung als Stadt der Weltdekade bundesweit eingeladen. Etwa 200 Besucherinnen und Besucher fanden den Weg in die Festsäle der Residenz, um am vierstündigen Programm mit hochkarätigen Referenten teilzunehmen. Bei der Zusammenstellung des Programms wurden so der Moderator Ralf K. Stappen in seiner Einführung bewusst Pioniere bzw. Vertreter von Vorreiterinstitutionen eingeladen, die an vorderster Front im Klimaschutz aktiv sind, sozusagen die Frontkämpfer.

Prof. Dr. Carlo Jäger vom Potsdam Institut für Klimafolgeforschung verdeutlichte anschaulich den Ernst der Lage und die große Herausforderung für die Menschheit, sich dem Klimawandel und Klimaschutz zu stellen und unverzüglich zum wirkungsvollen Handeln überzugehen. Er plädierte dafür, zu einem "neuen Denken" zu kommen und neue Wege für den Klima- und Ressourcenschutz "tastend zu erfahren", bei dem transdisziplinäre Lösungen im Vordergrund stehen.

Joachim Lorenz, Vorsitzender des Klimabündnisses europäischer Städte und Referent der Landeshaupt Stadt München für Umwelt und Gesundheit nannte die wichtigsten Handlungsfelder für Kommunen, um sich auf den Klimawandel einzustellen. Dabei sprach er die zwei Hauptprobleme "Überhitzung" und "Starkregen mit Überschwemmungen" an. Kommunen müssten sich daher zukünftig verstärkt um Belüftung und Kühlung ihrer bebauten Bereiche kümmern, aber ebenso entsprechende Hochwasserschutzmaßnahmen umsetzen. Auch Notfallpläne für Hitzetage im Sommer gehören wohl in Zukunft zur Standardausstattung von Kommunen.

Prof. Dr. Maximilian Gege, Vorstandsvorsitzender des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M) legte in seinen Ausführungen den Schwerpunkt auf den notwendigen Bewusstseinswandel bei den Unternehmen. Viele haben sich bereits auf den Weg gemacht und setzten Umweltmanagementsysteme ein. Durch Energieeffizienz-steigerungen könnten zum Beispiel pro Jahr und Betrieb durchschnittlich 74 Tonnen CO2 eingespart werden. Die durchschnittliche Kostenersparnis liegt dabei 5.000 bis 10.000 Euro im Jahr. Was insgesamt fehlt ist das langsame Tempo, insbesondere für eine Energieeffizienzwende.

Nach den Einführungsreferaten bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer spannende Gesprächsrunden geboten, die von Prof. Dr. Wolfgang Seiler, ehemaliger Direktor des Instituts für Klimatologie und Meteorologie- Forschungszentrum Karlsruhe und Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, moderiert wurden. Konkret wurde es dann bei den Best Practice-Beispielen aus vier Bundesländern. Eva Reu von den Stadtwerken Crailsheim erläuterte, wie eine Kommune erfolgreich an der Spitze der Bundessolarliga mitspielt. Ltd. Baudirektor Jürgen Rausch erläuterte die "Marburger Solarsatzung", die weltweit zu einem riesigen Medienecho geführt hat. Dr. Maria Vankann, Geschäftsführerin von altbau plus e.V. in Aachen stellte vor, dass eine kompetente Sanierungsberatung zu einer Investitionssumme mit mehreren Millionen Euro führen kann. Schließlich erläuterte Christof Stölzel, Geschäftsführer der Firma VARIOTEC aus Neumarkt in der Oberpfalz, die Funktionsweise des Nullenergiehaus Voggental, das im Jahr Heizkosten in Höhe von 200 Euro und Kühlkosten von ca. 60 Euro hat. Eine Besonderheit ist neben der VIP-Dämmung, das im Forschungshaus entwickelte, weltweltweit einzigartige Klimakomfortsystem (KKS), wo mit Unterstützung von patentierten Kälte- und Wärmezisternen eine quasi CO2-neutrale Gebäudekühlung möglich ist. Das stellt weltweit einen Quantensprung da.

Im Rahmen der Nachhaltigkeitskonferenz wurde am Abend auch der renommierte Neumarkter Lammsbräu Nachhaltigkeitspreis 2008 verliehen.

Die Vorträge der Neumarkter Nachhaltigkeitskonferenz finden Sie
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